Gertelbach Rundgang

Ein Tag im Schwarzwald

Das Wochenende stand vor der Tür und wir brauchten etwas Sonne und Bewegung. Außerdem wollten wir unsere Kameras mal wieder an die Luft lassen. Die ein oder andere Wetter-App haben wir bemüht und recht schnell einen Spot gefunden: den Schwarzwald. So ganz grob – klein ist der ja nicht. Ich kenne den Schwarzwald nur sehr dunkel aus Urlauben in der Kindheit, war aber seitdem nicht mehr dort. Und Benedikt war noch völlig unbefleckt.

Gertelbach Rundgang

Auf der Suche nach der passenden Wandertour

Wir recherchierten ein wenig online nach schönen Wanderungen und Fotospots. Auf der Seite des Nationalparks Schwarzwald bekommt man ganze 4 Wandertouren vorgeschlagen. Das ist natürlich viel zu wenig, da müssen die Verantwortlichen deutlich nachlegen! Das enttäuschte uns sehr, da sind wir von amerikanischen Nationalpark-Auftritten ganz anderes gewöhnt.

Nach ein wenig mehr Recherche gelangten wir recht schnell auf Outdooractive. Eine beeindruckende Plattform mit umfangreicher Tourensuche (europaweit) und detaillierten Tourenbeschreibungen. Das geht auch über weit über das Wandern hinaus (Skitouren, Pferdetouren, Wassertouren), soweit wir erkennen konnten. Diese Plattform werden wir noch etwas genauer anschauen. Dort jedenfalls ist auch die Schwarzwald Tourismus GmbH mit einem „Profil“ und 362 Touren vertreten. Na also. Geht doch!

Wir entschieden uns nach den Kriterien:

  • Fotospots
  • Länge der Strecke (mehr als 10 km sollten es nicht sein)
  • Entfernung von unserem Zuhause: nicht mehr als 200 km

Der Gertelbach-Rundweg von Bühlertal mit den Gertelbach-Wasserfällen als zentraler Bestandteil der Wanderung war recht schnell ausgesucht.

Schwarzwald Wasserfall

Wir hatten uns außerdem in den Kopf gesetzt, dass wir mit der Morgendämmerung loslaufen möchten. Wir stellten uns also den Wecker auf 4.30 Uhr. Und um 5 Uhr saßen wir im Auto auf dem Weg in den Süden. Die Straßen waren herrlich leer. Klar. Es war ja Sonntag. Früh morgens. Im Winter. Ja, wir sind schon ein bisschen bekloppt.

5 Stunden Wanderung, Sonnenaufgang und Wasserfälle

Wir starteten um 7.15 Uhr am Ausgangspunkt der Runde. Es war noch stockfinster, aber mit unserer LED Stirnlampe* und der MagLite*, die man auch jemandem über den Kopf ziehen könnte, war es quasi taghell. Aber trotzdem verdammt kalt. Also ist Bewegung angesagt. Wir liefen mit Fotorucksack* und Verpflegungsrucksack* ca. 20 Minuten und kamen am Fuße der Gertelbach-Wasserfälle an. Ab da war es ein Stop & Go. Wir packten die Stative aus, suchten uns einen guten Standpunkt und fotografierten wie besessen. Es war herrlich. Ich finde Wassergeräusche ohnehin sehr entspannend, aber in Verbindung mit der absoluten Stille sonst, der Dunkelheit, die langsam der Morgendämmerung wich, und dem Gefühl ganz allein auf den Beinen zu sein, war es atemberaubend. Die Kälte (wir hatten -3 Grad) war vergessen – stattdessen waren wir völlig euphorisch.

Gertelbach

Die Bildmotive sind hier unendlich vorhanden. Wir erwarteten aufgrund der Jahreszeit viel Grau, aber rund um die Fälle war es ein herrliches Grün. Die Felsen und Steine waren von Moos bewachsen und zwischendrin glänzten noch vom Herbst gefärbte Blätter in Rot. Dazwischen das eiskalte, klare Wasser. Überwältigend.

Gertelbach Wasserfälle

Gertelbach_Wasserfälle

Benedikt legte sich vor Kurzem auch eine Kamera zu (Sony Alpha 6300*) und zusammen mit meiner Canon EOS 500D haben wir in den vergangenen Wochen viel Theorie gelernt, die wir nun ausprobieren wollten. So zog sich die Wanderung hin: die Fülle an Motiven und unsere Neugier auch alles auszuprobieren sorgten dafür, dass wir nach 2,5 Stunden die Wasserfälle noch nicht hinter uns hatten. Das machte aber gar nichts. Zwischendurch ein Schluck aus der Isoflasche mit heißem Tee und die ein oder andere Banane gemischt mit deftiger Wurst (aus dem Schwarzwald natürlich) hielten uns warm und bei Kräften.

Gertelbach_Wasserfaelle_Antje

Die Wanderung führt später auf der „Bergkette“ entlang auf kleinen Pfaden durch den Wald. Und später schien uns die Sonne sogar ins Gesicht. Ich will nicht zu pathetisch werden, aber Leute, wenn ihr gerne wandert, dann solltet ihr diese Wanderung machen. Wir haben durch unsere Fotostops gute 5 Stunden gebraucht – eigentlich sollte die Runde aber in der Hälfte der Zeit schaffbar sein.

Am Nachmittag waren wir bei Sonnenschein wieder Zuhause angekommen und konnten es nicht abwarten. Wir sichteten sofort alles an Bildmaterial. Natürlich gab es reichlich Ausschuss. Aber am Ende sind wir mit 30 geilen Bildern nach Hause gekommen und überglücklich.

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